Die Brustvergrößerung mit Eigenfett, auch Lipofilling oder Eigenfetttransplantation genannt, ist ein neues Verfahren zur Vergrößerung der Brust.

Das Prinzip der Konturierung des Körpers mit Eigenfett kann auf eine Tradition von mehr als 100 Jahren zurückblicken. Körperfett ist weich, natürlich, formbar und vielseitig einsetzbar. Es eignet sich daher als ideales Füllmaterial. Doch um es als solches verwenden zu können, musste ein langer und steiniger Weg gegangen werden, um die korrekte Technik der Fettgewinnung und Fetttransplantation herauszufinden. So gab es anfangs Probleme mit Entzündungsreaktionen, abgestorbenem und nicht eingeheiltem Fettgewebe, Verkalkungen, Ölzystenbildung sowie unvorhersehbarem Abbau des eingebrachten Fettgewebes. All diese Probleme resultierten aus Fehlern bei der Fettgewebegewinnung, der Aufbereitung und der Einbringung in den Körper.

WER EIGNET SICH FÜR BRUSTVERGRÖSSERUNG MIT EIGENFETT?

Interessierte Patientinnen benötigen ausreichend viel Fettgewebe zur Brustvergrößerung mit Eigenfett. Sie sollten wissen, dass etwa 2 mal soviel Fettgewebe gewonnen (abgesaugt) werden muss, als schließlich zur Brustvergrößerung mit Eigenfett gelangt. Gegebenenfalls muss vor einer Operation eine Gewichtszunahme erzielt werden, damit ausreichend große Mengen Fettgewebes zur Verfügung stehen. Pro Brust benötigt man etwa 400 bis 600 ccm absaugbares Fettgewebe.

Gedehnte Haut im Bereich der Brust ist von Vorteil. Patientinnen, die schon einmal Brustimplantate trugen, eignen sich deshalb gut. Der Hautmantel der Brust muss dann vor der Operation nicht mehr gedehnt werden.

WELCHE MEDIZINISCHEN VORAUSSETZUNGEN MÜSSEN FÜR EINE BRUSTVERGRÖSSERUNG MIT EIGENFETT ERFÜLLT WERDEN ?

Die Erwartungen für das Ergebnis  dieser Operation sollten realistisch sein. Mehr als eine halbe bis dreiviertel Cup-Größe an Volumenzunahme kann man nur in Ausnahmefällen erreichen.
Die Fettreserven müssen ausreichend vorhanden sein.
Das Körpergewicht sollte stabil gehalten werden.
Es dürfenen keine familiären, feingewebliche, genetische (BRCA1 und 2, PTEN, und P53) oder medizinische Risiken vorliegen.
Keine sich in der Vergangenheit verschlechternde Befunde in der Mammographie (ACR3,4,5 oder 6).

Je unversehrter und vitaler das gewonnene Fett, desto besser ist die Aussicht auf ein erfolgreiches Einwachsen der injizierten Fettzellen. Denn nur unversehrte Fettzellen können anwachsen, zerstörte baut der Körper ab.

Um unversehrte Fettzellen zu gewinnen, muss unter anderem mechanischer Stress, ein hohes Vakuum sowie ein ausgiebiger Kontakt mit der Narkoselösung (meist Tumeszenzlösung) vermieden werden.

Mit der wasserstrahl-assistierten Liposuktion können qualitativ hochwertige Mikro-Fettgewebstropfen gewonnen werden, indem die Beeinträchtigung durch mechanische Krafteinwirkung, der hohe Absaugdruck, die Tumeszenzlösung und das unnötige Hantieren reduziert werden. D.h. nicht alle Fettabsaugungsmethoden eignen sich gleich gut für eine anschließende Injektion.

Das abgesaugte Fett wird in einem sterilen geschlossenen System aufgefangen, gefiltert und gesammelt.

Das Überleben der transplantierten Fettzellen hängt davon ab, dass sie möglichst schnell Anschluss an das Blutgefäßsystem haben.

Daher sollten nur kleine Fettmengen in möglichst dünnen multiplen Schichten injiziert werden, um sicherzustellen, dass das eingebrachte Fett von den Blutgefäßen optimal ummantelt und versorgt wird.

Bei der Verpflanzung von zu vielen Fettzellen sterben diese ab, bevor sie versorgt werden

Jedoch zeigten sich in den ersten Versuchen eine sogenannte Nekrose der Zellen, dies bedeutet, dass die Fettzellen nach der Implantation abstarben. Dieses Problem kann man heute durch eine spezielle Aufbereitung der Zellen beheben. Auch wenn die Brustvergrößerung mit Eigenfett nun bessere Ergebnisse zeigt, ist diese Form der Brustvergrößerung trotzdem ein kontrovers diskutiertes Thema.
Besonders, da es keine Langzeitstudien gibt, die Komplikationen aufzeigen, die eventuell erst Jahre nach der Operation auftreten.

Habe ich einen Soforteffekt?

Die Methode der Brustvergrößerung mit Eigenfett wurde schnell von der Schönheitsindustrie entdeckt und beworben. Teilweise werden auch falsche Vorstellungen geweckt. Leider bleibt es hier nicht bei einem Einmaleingriff. Mit zwei bis drei solcher genannten Prozeduren könnte eine Vergrößerung um maximal eine Körbchengröße mit Hilfe des körpereigenen Fetts zu erreichen zu sein. Für schlanke Frauen kommt diese Methode überhaupt nicht in Frage, da sie nicht über das notwendige Fett verfügen.

Fettabsaugung mit Eigenfett und Stammzellen

Seit einigen Jahren nutzen Plastische Chirurgen Stammzellen bei der Gesichtschirurgie oder bei Brustvergrößerungen bzw. planen dies zu tun.

Nach Auffassung von ASPS und ASAPS, der beiden größten amerikanischen Verbände für ästhetisch-plastische Chirurgie, besteht in diesem Spezialgebiet kein Grund für die Nutzung von Stammzellen, da es hierfür keine seriöse wissenschaftliche Grundlage gibt. In anderen Bereichen der ernsthaften Medizin können Stammzellen von Vorteil sein.

Die beiden Verbände stellen die folgenden Bedingungen auf:

  • Derzeit gibt es keine Beweise dafür, dass die Ergänzung von Stammzellen die Qualität von Fetttransplantaten oder der Haut verbessert.
  • Die Ausrüstung für die Gewinnung von Stammzellen muss bestimmten Standards bzw. Normen entsprechen und für den Menschen nutzbar sein.
  • Ferner müssen auch die Verfahren zur Gewinnung und Reinigung von Stammzellen strenge wissenschaftliche Kriterien erfüllen.

Eine von beiden US-Verbänden gebildete Arbeitsgruppe hat in Datenbanken über neuntausend Artikel gesichtet, von denen nur etwa 20, einige Hinweise auf die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Stammzellen in der ästhetischen Medizin liefern.

Die Arbeitsgruppe ist der Ansicht, dass die Begriffe „Stammzellentechnik“ und „Stammzellentherapie“ nur bei Behandlungen verwendet werden sollten, bei denen ausschließlich dieser Zelltyp eingesetzt wird – nicht jedoch bei Injektionen von Fett, das diese Zellen in natürlicher Form enthält.

ASAPS/ASPS position statement on stem cells and fat grafting. Eaves F. and al Plast Reconstr Surg 2012; 129:285-7.Die Einstellung der amerikanischen Gesellschaften für ästhetisch- plastische Chirurgie.

Verfahren, bei dem Implantate in der gewünschten Größe und Form in die Brust eingesetzt werden, ist nach wie vor  der „Klassiker“ der Schönheitschirurgie.

Der Deutsche Ärzte Service hat sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, Schönheitschirurgie auf hohem qualitativen Niveau für jedermann erschwinglich zu machen, sondern achtet auch streng auch die langjährige Bewährtheit der einzelnen Operationsverfahren.

Zur Zeit werden kosmetische Brustvergrößerungen mit Eigenfetttransplantation vom DÄS nicht beworben. Natürlich werden aber auf ausdrücklichen Kundenwunsch gerne die DÄS-Partnerkliniken benannt, die ein Lipofilling anbieten.